Die Banzendorfer Kulturscheune sagt Ade...

Künstlerehepaar

Foto: C.Kranz

Die Banzendorfer Kulturscheune" hat ihre Arbeit eingestellt.
Nach zwölf Jahren sehr engagierter und erfolgreicher Kulturarbeit auf dem großen Vierseitenhof sind Urike von Soden-Köpcke und Niels Köpcke an die Grenzen ihrer physischen Schaffenskraft geraten. Sie ziehen sich zurück in ihr früheres Leben (Berlin und Refugium in Schweden), um sich weniger aufwändig anderen kreativen Aufgaben zuzuwenden. Sie bedanken sich herzlich bei allen treuen Zuhörern und Besuchern und haben die begründete Hoffnung, dass die Banzendorfer Kulturscheune nach einer gewissen Zeit der Umstrukturierung durch die Nachfolger zu neuer Blüte reifen wird.

In dem Gedicht "Stufen" von Hermann Hesse wird die Lebenssituation der Köpckes sehr treffend dargestellt:

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Musik und Literatur